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100 Jahre Kunstkaten Ahrenshoop

29 Apr , 2009  

Ahrenshoop. Mit einem dreiteiligen Ausstellungszyklus wird kunstkatenin diesem Jahr der 100. Geburtstag des Ahrenshooper Kunstkatens zelebriert. Am 11. Juli 1909 wurde aus der Idee des aus Oldenburg stammenden Malers Paul Müller-Kaempff (1861-1941) und seines Kollegen Theobald Schorn (1866-1913) Wirklichkeit: Eine Galerie für die in der Künstlerkolonie Ahrenshoop ansässigen Landschaftsmaler, in der Inspiration, Natur und Kunst vereint sind. Jetzt, 100 Jahre später, werden in zwei Ausstellungen die Arbeiten der Begründer der Künstlerkolonie Ahrenshoop gezeigt, eine Weitere widmet sich zeitgenössischen Kunstwerken. So können Kunstinteressierte bis zum 6. Juli Malereien, Zeichnungen und Grafiken etwa von Carl Malchin, Elisabeth von Eicken, Anna Gerresheim oder Hugo Richter bestaunen. Vom 8. August bis zum 13. Oktober werden im zweiten Teil des Jubiläumsprogramms die Plastiken, Grafiken und Malereien der Folgegeneration vorgestellt, darunter Werke von César Klein, Dora Koch-Stetter oder Gerhard Marcks. Das Jubiläumsjahr schließt mit der zeitgenössischen Kunst des Schweizers Jürgen Brodwolf. Er wird als „artist in residence 2008“ der FAMA-Kunststiftung – eine Stiftung, die auf die Gründung der Hannoverschen Steinholzfabrik Richard Stein FAMA zurückgeht – vom 18. Oktober bis zum 3. Januar 2010 eine Präsentation seiner Arbeit für die Kunstkaten-Räume konzipieren. Gezeigt werden Installationen, Buchobjekte, Arbeiten auf Papier und filmische Dokumentationen.

Kleine Geschichte der Kunstkaten
Bereits 1889 entdeckte Professor Paul Müller-Kaempff zusammen mit dem Tiermaler Oskar Frenzel, aus Wustrow kommend, Ahrenshoop. Nachdem er sich 1892 als erster Künstler in Ahrenshoop ein Haus baute und zwei Jahre später die Malschule und Pension „St. Lucas“ errichtete, entstanden 1908 zusammen mit Theobald Schorn die Pläne für einen „Ausstellungspavillon“. Mit finanzieller Unterstützung des Prinzen Eitel Friedrich von Preußen, seiner Gemahlin Sophie Charlotte Herzogin von Oldenburg und des Staatssekretärs Bernhard Dernburg konnten der Kunstkaten 1909 eröffnet werden. Als Auswirkung des Ersten Weltkrieges mussten der Kunstkaten 1918 geschlossen werden. Paul Müller-Kaempff zog sich immer weiter zurück. Seit 1993 ist das Ausstellungshaus wieder im Besitz der Gemeinde Ahrenshoop. Mit der Sanierung im Jahre 2001 wurden die Räumlichkeiten vergrößert und die Ausstellungskonzeption mit Themen zu europäischen Künstlerkolonien erweitert.
Bis heute zählt Ahrenshoop neben Worpswede zu den bekanntesten Künstlerdörfern im Norden Deutschlands.

Weiterführende Links

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