Inseln

Fit für Rügens Gäste

22 Apr , 2009  

Bergen. Rügens Sehenswürdigkeiten, die Geschichte der Insel, die Bäderarchitektur, die Entstehung der Seebäder, die Insel Hiddensee, Flora und Fauna von Rügen, die christliche Symbolik in den Inselkirchen, die wirtschaftliche Entwicklung des Landkreises … Insgesamt 120 Unterrichtsstunden beschäftigten sich 13 interessierte Frauen und Männer in den zurück liegenden Monaten mit Deutschlands größter Insel. Sie büffelten Fakten und Zahlen, prägten sich Geschichten und Anekdoten ein. Und dann gab es auch noch Prüfungen. In Theorie und Praxis. Aber – es hat sich gelohnt. Jeder der 13 Rüganer darf sich jetzt „Amtlich beglaubigter Reiseleiter des Landkreises Rügen“ nennen.

Landrätin Kerstin Kassner überreichte den frisch gebackenen Reiseleitern im Cliff Hotel Sellin die Zertifikate. „Unsere Gäste können Rügen viel intensiver erleben, wenn sie von fachkundigen Reiseleitern begleitet werden. Für diese anspruchsvolle Tätigkeit haben Sie sich eine gute Basis geschaffen. Sie werden in unserer Tourismusregion eine wunderbare Aufgabe wahrnehmen und einen wichtigen Beitrag leisten, wenn es darum geht, den Besuchern Rügen nahe zu bringen und für unsere Insel mit all ihren Schönheiten zu werben“, unterstrich Kerstin Kassner.

Seit 15 Jahren werden an der Kreisvolkshochschule Rügen die Reiseleiter ausgebildet. Oft nehmen ältere Frauen und Männer, die auf der Insel zu Hause und reich an Lebenserfahrungen sind, teil. So wie diesmal Christel Schön. Die Sassnitzerin war bis vor zwei Jahren Lehrerin in der Hafenstadt und hat ganze Generationen in Deutsch und Geschichte unterrichtet. Nun, im Ruhestand, wollte sie weiter einer „sinnvollen Beschäftigung“ nachgehen. Der Kurs an der Kreisvolkshochschule kam da gerade recht. „Ich hoffe, dass wir schon bald Einsätze haben und das Erlernte in der Praxis anwenden können“, freut sich Christel Schön auf die neue Herausforderung. Sie würde gern Gäste bei Ausflügen auf der Insel begleiten, vor Ort und im Reisebus Wissenswertes über Rügen mitteilen.

Heike Seelenbinder hat andere Ambitionen. Die Marketingleiterin des Cliff Hotels hat gemeinsam mit einer Kollegin berufsbegleitend an der Reiseleiter-Ausbildung teilgenommen. „Es war anstrengend und zeitaufwendig, aber sehr interessant. Wir haben unwahrscheinlich viel Wissen vermittelt bekommen“, erzählt sie. Das sei eine hervorragende Voraussetzung, um den Gästen noch mehr Service, vor allem in punkto Information, bieten zu können. Das Erlernte sei in ihrer Branche vielfältig anwendbar. Hoteldirektor Peter Schwarz unterstützt diese Auffassung. „Wir brauchen dieses Engagement. Schöne Hotels und gutes Essen reichen nicht. Der Service muss rundum stimmen. Dazu gehören auch gut informierte und auskunftsfähige Mitarbeiter.“

Marita Boy, die seit 1992 als Reiseleiter auf Rügen arbeitet und ihre Kollegen in spe regelmäßig an der Kreisvolkshochschule mit ausbildet, freut sich über diese Einstellung. Sie wünscht sich, dass noch viel mehr Hotelmitarbeiter an den Kursen teilnehmen. Und sie freut sich über jeden interessierten neuen Mitstreiter in der Interessengemeinschaft der Rügener Reiseleiter, die sie gemeinsam mit ihrem Mann Klaus Boy vor Jahren gegründet hat. 75 Mitglieder hat die Gemeinschaft gegenwärtig.

Die nächste Reiseleiter-Ausbildung beginnt im November an der Kreisvolkshochschule Rügen. Auch spezielle Inhouse-Kurse werden angeboten.


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