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Tourismusbranche beschäftigt sich immer stärker mit Folgen des Klimawandels

24 Mrz , 2010  

Rostock. Klimaveränderungen und deren Folgen für die Tourismusbranche werden nach Auskunft des Präsidenten des Landestourismusverbandes innerhalb der Branche immer stärker thematisiert. „Bei Gästen und bei Gastgebern bemerken wir eine stärkere Sensibilität gegenüber diesen Themen und auch erste Anpassungen, die über die Umstellung auf erneuerbare Energieformen und energetische Sanierungen bis zu innovativen touristischen Produkten reichen“, sagte Mathias Löttge auf der Jahreskonferenz des im Herbst 2009 gestarteten Radost-Projektes (Regionale Anpassungsstrategien für die deutsche Ostseeküste) in Schwerin, dessen Ziel es ist, das Wissen über Klimaveränderungen innerhalb verschiedener Bereiche zu stärken. „Verändern sich mit dem Klima die Bedingungen für Tourismus, wird die Tourismusbranche sich daran anpassen müssen“, so Löttge weiter. Dabei gehe es nicht allein um Aktivitäten zum Klimaschutz, sondern auch um Justierungen, die die Wirtschaftlichkeit touristischer Unternehmen für die Zukunft sichern.

Diese Prozesse zu steuern und zu moderieren, werde in den kommenden Jahren und Jahrzehnten auch Aufgabe der Politik sein, erläuterte Löttge. Er verwies dabei unter anderem auf den neuen „Aktionsplan Klimaschutz Mecklenburg-Vorpommern“ des Landes, in dem ein Kapitel dem Tourismus gewidmet ist, sowie auf die Fortschreibung der Landestourismuskonzeption, die in den nächsten Monaten vorgestellt werden soll. Laut Löttge ist die Auseinandersetzung mit Klimaveränderungen für touristische Unternehmen nicht allein aus Gründen des Klimaschutzes und aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus sinnvoll, sondern diene auch der Förderung des Images als Urlaubsland mit einem reichen und erlebbaren Naturschatz. Als Beispiel für einen innovativen Umgang mit dem öffentlich breit diskutierten Klimawandel nannte er das Projekt Waldaktie, welches der Tourismusverband und das Umweltministerium des Landes gemeinsam erfolgreich platziert haben (www.waldaktie.de).

„Das Klimabewusstsein der Urlaubsgäste wird in den nächsten Jahren weiter ansteigen“, erklärte Löttge. Über innovative Pilotprojekte und Vorreiterrollen bei der Senkung des Energieverbrauchs könne sich Mecklenburg-Vorpommerns Tourismusbranche zukunftssicher machen und einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Destinationen herausarbeiten. Löttge sprach sich daher für eine zukünftig noch effizientere Abstimmung von Initiativen im Tourismus und Klimaschutz aus. „Eine Reihe interessanter Projekte sind dazu im Land bereits umgesetzt worden“, sagte er. So gäbe es in der Mecklenburgischen Seenplatte Hybrid-Yachten, die nur halb so viel Energie wie gewöhnliche Motorboote verbrauchen. Der Natur- und Umweltpark Güstrow, das Gut Dalwitz oder das Gutshaus Wietow bezögen ihre Energie aus regenerativen Quellen. „Immer mehr Hotels und Restaurants setzen ausschließlich auf Produkte aus der Region und sichern so umweltschonende kurze Transportwege. Und die 39 ECO-Campingplätze im Land engagieren sich für Ökologie und Qualität“, so Löttge, der als weiteres Beispiel die CO2-neutralen Tagungen anführte, die das beim Tourismusverband angesiedelte Tagungsbüro MeetMV anbietet.

Der Tourismusverband begleitet das auf fünf Jahre angelegte Radost-Projekt als Partner und unterstützt dieses über die Weitergabe und den Austausch von Informationen (www.klimzug-radost.de).


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