Klappbrücke im Ortsteil Wieck

Ryck

Der Ryck ist ein 30,7 km langer Fluss in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland), der bei Greifswald in die Ostsee mündet.

Der Name leitet sich von dem slawischen Wort Rjeka bzw. Rĕka = Fluss ab. In Urkunden aus dem 13. Jahrhundert werden auch die Namen „Reke“ und „Hilda“ (wie der ursprüngliche Name des benachbarten Klosters Eldena) genannt. „Hilda“ ist dabei der älteste überlieferte Name des Flusses; eine Urkunde von 1241 bezieht sich auf den „Hildam fluvium“. Zwar ist die älteste urkundliche Erwähnung des Klosters als „Hilda“ von 1199 und damit älter, doch ist gleichwohl davon auszugehen, dass das Kloster nach dem Fluss benannt wurde und nicht umgekehrt.

Klappbrücke im Ortsteil Wieck

Diese Brücke stammt aus dem Jahr 1887 und wird nach wie vor per Hand geöffnet.

Der Ryck entspringt im Landkreis Vorpommern-Rügen in der Feldmark des ehemaligen Gutes Bartmannshagen (Ortsteil von Süderholz) nordöstlich von Grimmen und verläuft überwiegend in West-Ost-Richtung. Durch den Ryckgraben fließt er durch den Landkreis Vorpommern-Greifswald und in die Hansestadt Greifswald. Auf Höhe des Heimattierparks Greifswald ist der Ryckgraben mit dem Wallgraben verbunden,[5] der entlang des Stadtwalls die andere Seite des historischen Stadtkerns umgibt. Der Ryck fließt weiter im Ryckgraben Richtung Greifswalder Museumshafen. Kurz vor dem Museumshafen durchfließt er ein Wehr, unterquert dann eine stillgelegte Eisenbahnbrücke und schließlich die Steinbecker Brücke. Hier geht der Ryckgraben in den Museumshafen über, und von hier an ist der Ryck auf seinen letzten fünfeinhalb Kilometern schiffbar. Im Ortsteil Wieck unterquert er die historische Wiecker Holzklappbrücke und mündet dann in die Dänische Wiek, den südlichen Teil des Greifswalder Boddens. Das Einzugsgebiet des Ryck umfasst ca. 23.400 ha.

Vor der Nordverlegung seiner Mündung (Neues Tief) um das Jahr 1300 mündete der Ryck direkt nördlich des Klosters Eldena auf dem Gebiet des heutigen Strandbades Eldena in die Dänische Wiek (Altes Tief). Die beiden Mündungsarme existierten über 250 Jahre nebeneinander; erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde das Alte Tief gesperrt, um der Versandung des Ryck vorzubeugen. Das Strandbad selbst wurde größtenteils erst 1971/72 durch Seesandaufspülung zur heutigen Ausdehnung erweitert.

Die Rycklandschaft ist von Wiesenniederungen geprägt, deren zahlreiche kleinen Wasserläufe den Fluss speisen. Der Ryck weist nur ein sehr geringes Gefälle und deshalb auch nur eine geringe Fließgeschwindigkeit auf. Während am Oberlauf nur 0,80 bis 1,50 Meter Wassertiefe gemessen werden, ist der schiffbare Teil etwa vier Meter tief; erst vom westlichen Stadtrand Greifswalds bis zur Mündung beim Stadtteil Wieck ist der Fluss schiffbar. Von Wackerow und der westlichen Greifswalder Feldmark an ist der Fluss bis zum Greifswalder Ortsteil Wieck beidseitig eingedeicht und damit von den ehemaligen Überflutungsflächen (Salzwiesen und Saline nördlich der Greifswalder Altstadt) abgeschnitten. Der Wasserstand wird durch eine Schleuse und ein Pumpwerk auf Höhe der Hunnenstraße reguliert. Die Südseite des Rycks ist auf dessen etwa sechs Kilometer langen Lauf durch Greifswald nahezu komplett bebaut, wohingegen sich auf seiner Nordseite zwischen den nur spärlich bebauten Ortsteilen Steinbeckervorstadt und Wieck eine weitläufige Wiesenlandschaft mit dem Ladebower Loch befindet, das bis zur Eindeichung in den 1950er Jahren ein Altarm des Ryck war und seit 1994 als geschützter Landschaftsbestandteil unter Naturschutz steht.
Ausbaggerung des Ryck im Oktober 2008. Der Baggeraushub wird über eine Druckleitung auf das Spülfeld am Ryckwäldchen gepumpt.

Vor seiner Unterschutzstellung wurde das Ladebower Loch mehrmals als Spülfeld für Baggeraushub aus dem Bereich des Wiecker Hafens genutzt. Seit Ende 2007 läuft die Ausbaggerung des Ryck vom Museumshafen bis zum Wiecker Hafen an, um den seit seiner letzten Ausbaggerung vor 20 Jahren auf drei Meter Tiefe verschlickten Fluss wieder auf vier Meter zu vertiefen. Als Spülfeld dient nun ein östlich des Ryckwäldchens gelegenes Gebiet.

Die bedeutendsten Flussquerungen sind von West nach Ost die Brücken für die Bundesstraße 105 und die Eisenbahnstrecke nach Stralsund, die Brücke an der Greifswalder Steinbecker Straße sowie die Klappbrücke im Ortsteil Wieck. Diese Brücke stammt aus dem Jahr 1887 und wird nach wie vor per Hand geöffnet.