Hemmelsdorfer See

Der Hemmelsdorfer See in Schleswig-Holstein liegt nördlich von Lübeck in direkter Nähe zur Ostsee im Bereich der Gemeinden Ratekau und Timmendorfer Strand.

Um den See liegen die Ortschaften: Hemmelsdorf, Offendorf, Kreuzkamp, Wilmsdorf, Warnsdorf, Häven und Niendorf/O., wo der Abfluss des Sees, die Aalbek in die Lübecker Bucht mündet.

Seit vielen Jahren wird behauptet, dass sich im Oberen Teil des Sees die ehemalige Wikingersiedlung Reric befunden haben soll. Es existieren viele Abhandlungen, Beweise konnten allerdings kaum gefunden werden.

Bei dem Ostseesturmhochwasser 1872 drang in größerem Umfang Salzwasser von der Lübecker Bucht in den See ein, das aufgrund seines höheren spezifischen Gewichts auf den Grund des Sees absank. Aus der anschließenden Beobachtung weiß man nunmehr, dass der See in einem solchen Fall etwa 60 Jahre für seine Entsalzung braucht, da er erst 1935 wieder salzfrei war.

Der Hemmelsdorfer See sollte Napoleon I. als Kriegshafen dienen. Er wurde umfangreich vermessen, die Pläne sind noch erhalten.

Im Dritten Reich sollte der See als U-Boothafen dienen, auch als Flugboothafen. Vier im See versenkte Poller mit Stahlseil befinden sich im westlichen Teil des Flachsees (der nördliche Teil des Sees). Beide Pläne sind nicht ausgeführt worden.

Der Hemmelsdorfer See teilt sich im Bereich der sogenannten Möveninsel in zwei grundverschiedene Becken auf. Das größere nördliche Becken ist mit vier Meter Tiefe (vier Meter unter Normalnull) sehr flach ausgebildet. Das kleinere südliche Becken ist bis zu 39 Meter tief (39 Meter unter Normalnull). Dabei handelt es sich um die größte Kryptodepression (Tiefe des Seebodens unter NN) in der Bundesrepublik Deutschland.