Scharbeutz

Scharbeutz liegt unmittelbar an der Lübecker Bucht der Ostseeküste Schleswig-Holsteins. Landschaftlich gehört das Gebiet zum glazialen Östlichen Hügelland.

Nachbargemeinden

* Süsel im Norden
* Sierksdorf im Nordosten
* Timmendorfer Strand im Südosten
* Ratekau im Süden
* Stockelsdorf im Südwesten
* Ahrensbök im Westen

Gemeindegliederung

Die Großgemeinde Scharbeutz besteht aus zehn Dorfschaften: den beiden Hauptorten Scharbeutz und Pönitz, dem Kirchdorf Gleschendorf sowie den Orten Haffkrug, Gronenberg, Klingberg, Sarkwitz, Schulendorf, Schürsdorf und Wulfsdorf.

Geschichte

Slawische Vorläufersiedlungen des Ortes bestanden schon vor mehr als 1000 Jahren. Der Name Scharbeutz geht auf das slawische Dorf Scorbuze oder Schoreboce zurück. Diese Bezeichnung heißt soviel wie „der Hof des Skorobyc”; letztgenannter Name zerfällt in die Teile skorz (slaw. „schnell, flink”) und bytz (slaw. „sein Bestehen”).

Unter Graf Adolf II. von Schauenburg und Holstein fanden ab 1150 Landnahmen durch die Friesen, Sachsen, Westfalen und Holsten statt. Erste urkundliche Erwähnung finden Pönitz 1221 als Penze, Scharbeutz 1271 als Scarbuce und Gleschendorf 1259 als Golesko.

Im 15. Jahrhundert wurde der Raum von der Kartause Ahrensbök beherrscht, im 17. Jahrhundert von den Dänen beeinflusst; Staatsgüter, wie der Gronenberger Hof, wurden gegründet. Erst im 19. Jahrhundert kam es im Küstenbereich zu einer eigenständigen Entwicklung.

Im Jahre 1850 lebten in Scharbeutz weniger als 200 Menschen, Haffkrug hatte ca. 200 und Gleschendorf etwa 300 Einwohner. In Haffkrug entwickelte sich ab 1812, in Scharbeutz ab 1837 der Badetourismus. Trotzdem wurde das Elisabethbad in Haffkrug erst 1840, das Augustusbad in Scharbeutz erst 1850 durch den Hamburger Kaufmann Charles Kelley fertiggestellt. (Die Geschichte der Gemeinde wird anschaulich und umfangreich im Museum des Heimatvereins in Pönitz dargestellt.) Bis zum Groß-Hamburg-Gesetz gehörte das heutige Gemeindegebiet zum Land Oldenburg. Am 3. Mai 1945 wurden vor der Küste von Scharbeutz die Cap Arcona und die Deutschland IV durch britische Luftangriffe versenkt.

In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Haffkrug durch Polen, Scharbeutz durch Großbritannien besetzt. Die Bevölkerungszahl hatte sich durch zahlreiche Flüchtlinge aus den Ostgebieten und dem Baltikum verdoppelt. Die Touristen blieben aus, eine Wiederbelebung setzte erst in den 1950er Jahren ein.

Die heutige Großgemeinde Scharbeutz wurde als Zusammenschluss der Gemeinden Scharbeutz-Haffkrug und Gleschendorf im Zuge der Gebietsreform im Jahre 1974 gegründet.

Bauwerke

* Alte Wassermühle in Schulendorf
* Gutsanlage Gut Garkau in Klingberg von Bauhaus-Architekt Hugo Häring (erbaut 1922 bis 1926)
* Soda-Turm – der Soda-Turm ist ein sechsstöckiger Turm, der zum 2003 von der Gemeindeverwaltung erbauten Rathauskomplex gehört und dessen Bau 150.000 Euro kostete. Seine einzige Funktion ist es, den Mittelpunkt der Großgemeinde zu symbolisieren; er steht folglich einfach nur „so da” (daher der Name). Als Fall von Steuerverschwendung machte der Soda-Turm über die Grenzen Ostholsteins hinaus Furore .
* Das hohe geschwungene Dach des ehemaligen Wellenbades ist für Touristen seit jeher ein viel markanterer „Mittelpunkt“ von Scharbeutz. Sie steht direkt an der Strandpromenade, wo sich die meisten Touristen aufhalten und ist im Gegensatz zum Rathaus kilometerweit sichtbar.

Verkehr

Durch Scharbeutz führen die Eisenbahnstrecke Lübeck–Puttgarden mit den Bahnhöfen Scharbeutz und Haffkrug sowie die Bahnstrecke Kiel–Lübeck mit dem Bahnhof Pönitz. Der Bahnhof Scharbeutz wurde zwischen 2003 und 2007 modernisiert. 2007 entstand am nördlichen Bahnsteigende ein neues Empfangsgebäude.

Der Ort liegt unmittelbar an der Autobahn A1. Die Bundesstraße 432, die in Scharbeutz endet, stellt eine Verbindung nach Bad Segeberg und Hamburg her. Über die B 76 (Lübeck – Kiel) werden die Seebäder der Lübecker Bucht und die Holsteinische Schweiz erschlossen.

Derzeit wird die Strandallee südlich des Ortsteils Haffkrug modernisiert und die Düne betoniert, so dass in naher Zukunft damit zu rechnen ist, dass die teilweise unter dem Meeresspiegel liegenden Teile der Gemeinde (das ehemalige Haffkruger Haff) besser vor Sturmfluten geschützt sind.