Surfen

Das Wellenreiten (hawaiisch: heʻe nalu, engl.: surfing) stammt von den Inseln Hawaiʻis. Nachdem es im 19. Jahrhundert von Missionaren fast ausgerottet wurde, erlebte das Surfen in den 1950er Jahren einen neuen Boom, als viele US-Amerikaner diesen Sport für sich entdeckten. Heutzutage werden viele Wettbewerbe veranstaltet, bei denen Surfer ihr Können beweisen. Wellenreiten kann man natürlich nicht nur auf Hawaii, in Kalifornien oder Australien, sondern auch in Europa gibt es unzählige gute Strände zum Surfen. Benötigt werden lediglich ein Surfbrett, Surfwachs, eine Leash (in Australien als „Legrope“ bezeichnet), eine circa zwei Meter lange Schnur, mit der das Brett am Bein gesichert wird, und evtl. ein Surfanzug.

Auch die Geschichte des deutschen Wellenreitens begann Mitte der 50er Jahre. Damals bekamen die Sylter Rettungsschwimmer ihre ersten Rettungsbretter, die ziemlich ungeeignet zum Wellenreiten waren. Das konnte Uwe Draht jedoch nicht davon abhalten, seine ersten Surfversuche damit zu starten. Dieter Behrens, Walter Viereck und andere schlossen sich seinem Tun an. In Biarritz kauften sie sich ihre ersten richtigen Wellenreitboards. Dass es ein spezielles Surf-Wachs gab, welches das Abrutschen vom Board verhinderte, bekamen sie jedoch erst viel später mit. 1966 gründeten sie den „Surfing Club Sylt“.

Erst 25 Jahre nach dem „Surfing Club Sylt“ wurden weitere deutsche Wellenreit-Vereine gegründet, die schließlich 1991 in Köln den Deutschen Wellenreitverband (DWV) gründeten. Noch im selben Jahr nahm der DWV seine Arbeit zur Entwicklung eines sportwissenschaftlich fundiertes Konzepts für die Ausbildung von Wellenreit-InstruktorInnen auf. Im Sommer 1992 startete unter der Leitung von Norbert Hoischen die erste Ausbildung von DWV-Wellenreit-LehrerInnen. Auch wurde erstmals an internationalen Wettkämpfen, den Amateur-Weltmeisterschaften in Lacanau (Frankreich) teilgenommen und eigene Wettbewerbe wurden veranstaltet. 1996 fand die erste Deutsche Meisterschaft in Cap de l’Homy an der französischen Atlantikküste statt. Diese Entwicklung wird seit ihren Anfängen von vielen Seiten aus sehr kritisch betrachtet. Ausschlaggebend ist die stark kommerziell geprägte Haltung, die durch die Ausbildung zum Surflehrer eingenommen wird.

1977 gründeten die Kölner Sportstudenten Ulrich Richter und Manfred Lauterbach die erste deutsche Surfschule in Hendaye an der spanisch-französischen Grenze am Atlantik. Sie waren die ersten Europäer, die einen systematischen Gruppenunterricht in Theorie und Praxis gaben. 1979 schrieb Ulrich Richter das erste Lehrbuch in deutscher Sprache (Surfing, Wellenreiten: das faszinierende Spiel mit der Brandung). Die heute verwendeten deutschen Surfausdrücke stammen zum großen Teil aus diesem Buch.

Die Erfolge von Marlon Lipke (ASP Europe Junior Champion 2004) und Sonja Hönscheid (mehrfache Deutsche Meisterin, Gewinnerin Redbull Soulwave 2003) sind Beispiele für die Lebendigkeit der deutschen Surfszene und deren internationale Bedeutung.